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Wettbewerb um Qualität am Bau – keine miesen Tricks!

Wettbewerb um Qualität am Bau – keine miesen Tricks!

„Der Münchner Merkur-Artikel beschreibt leider das Geschehen auf vielen öffentlichen Baustellen richtig. Er nennt vor allem auch den Schuldigen, die Vergabe der öffentlichen Bauaufträge an den Billigstbieter“, kommentierte Thomas Schmid, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Bauindustrieverbandes, den Artikel im Merkur vom 11.2.2015 „Die miesen Tricks am Bau.“

Das Bewusstsein, dass Bauqualität ihren Preis hat, sich aber langfristig auszahlt, ist gerade im öffentlichen Bau kaum vorhanden. Stattdessen herrscht dort die Meinung, so billig wie nur irgend möglich zu bauen, sei der einzig richtige Umgang mit öffentlichen Geldern, so Schmid. „Das ist ein rein buchhalterisches, kurzfristiges Kostendenken, aber keine wirtschaftliche Sichtweise. Wenn man weiß, dass bei Bauwerken üblicherweise die Baukosten 20 Prozent, die Unterhalts- und Erhaltungskosten über die gesamte Lebensdauer aber 80 Prozent ausmachen, dann wird klar, was hier schiefläuft.“

Die Vergabestellen können sich nicht auf die Rechtslage berufen, wie das auch der Merkurartikel richtigerweise herausstellt. „Für die Vergabestellen ist die Vergabe an den Billigstbieter allerdings der einfachste Weg. Da müssen sie nichts aufwändig begründen. An den wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben, erfordert dagegen Mut und oftmals eine umfangreiche Rechtfertigung“, so Schmid.

Der Bayerische Bauindustrieverband setzt sich seit langem dafür ein, den Wettbewerb am Bau zum Wettbewerb um die beste Bauqualität aufzuwerten. “Unser Ziel ist es, neben dem Preis weitere möglichst objektive, transparente und handhabbare Qualitätskriterien der Vergabeentscheidung zwingend zugrunde zu legen.“

Ausdrücklich begrüßt Schmid die Initiative von Bundesverkehrsminister Dobrindt mit dem Ziel, Bauprojekte künftig an den qualitativ Besten zu vergeben.- nicht an den vermeintlich Billigsten. „Von der Kommission Großprojekte, die der ehemalige Bundesverkehrsminister Ramsauer ins Leben gerufen hatte und an der auch die Bauindustrie mitwirkt, erhoffe ich mir da endlich einen Durchbruch“, so Schmid.