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Bayerische Bauwirtschaft: Lage gut - Erwartungen eingetrübt

Bayerische Bauwirtschaft: Lage gut - Erwartungen eingetrübt

Die Konjunkturumfrage im Herbst 2019 bei den Unternehmen der bayerischen Bauwirtschaft zeigte auf, dass die Baukonjunktur derzeit als gut eingeschätzt wird, nicht ganz so gut sind die Aussichten.

„Die konjunkturelle Lage auf den Baustellen Bayerns ist gut. Die Erwartungen der Bauwirtschaft für das kommende Halbjahr sind jedoch schwächer als in den Vorjahren.“ Mit diesen Worten fasste Wolfgang Schubert-Raab, Präsident der Bayerischen Baugewerbeverbände, die Ergebnisse der gemeinsamen Konjunkturumfrage der Bayerischen Baugewerbeverbände und des Bayerischen Bauindustrieverbandes unter ihren Mitgliedsbetrieben zusammen. An der Umfrage beteiligten sich 400 Bauunternehmen. 

Mit durchschnittlich 14,4 Wochen ist der Auftragsbestand bei den Unternehmen des Bauhauptgewerbes um fast 20% oder 2 Wochen höher als vor einem Jahr. Die aktuelle Geschäftslage spiegelt die Auftragslage. 77% der Baubetriebe sprechen von einer guten bis sehr guten Geschäftslage. Das ist ein guter Wert. Er liegt aber um 5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Die Erwartungen sind allerdings eingetrübt. Rechneten vor einem Jahr noch 63% der Baubetriebe für das Winterhalbjahr mit guten bis sehr guten Geschäften, so sind es jetzt nur 53%. Ein ähnliches Bild gibt es bei der Umsatzentwicklung: 71% (Vorjahr: 73%) der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Umsatzsituation mit gut. Aber mit nur 49% (Vorjahr: 58%) erwarten weniger als die Hälfte der Unternehmen, dass dies auch im kommenden Halbjahr so bleibt. 

In den letzten 10 Jahren stieg die Geräteauslastung, also die Nutzung von schweren und leichten Baugeräten, kontinuierlich an. Kräne, Erdbaumaschinen und Fertiger sind aktuell zu rund 80 Prozent ausgelastet. Vielfach stehen daher Investitionen an. Die personelle Auslastung der Betriebe ist gleichfalls hoch. 4 von 5 Unternehmen wollen ihre Beschäftigtenzahl im nächsten Halbjahr unverändert lassen. Jeweils jedes Zehnte will die Zahl seiner Mitarbeiter erhöhen bzw. verringern. Die meisten Baubetriebe – und hier vor allem die größeren – werden auch in diesem Herbst in gleichem Umfang wie bisher ausbilden. Allerdings gibt es für die offenen Stellen und angebotenen Ausbildungsplätze immer weniger Interessenten, dies spüren vor allem kleinere Betriebe. Der in den vergangenen Jahren zu verzeichnende Beschäftigungsaufbau scheint sich abzuflachen.

Die Preise für Bauleistungen sind moderat gestiegen. Die größten Preissteigerungen gab es im Straßenbau. Vom 2. Quartal 2018 bis zum 2. Quartal dieses Jahres stiegen die Preise für Straßenbauleistungen um +7%. Beim Wohnungsbau gingen die Preise um 5% nach oben. Hauptgründe sind stark gestiegene Beschaffungskosten, höhere Auflagen und sehr hohe Baulandpreise. 

„Setzt man alles zu einem Gesamtbild zusammen, werden wir in diesem Jahr noch ein starkes Umsatzplus bei den Bauleistungen von rund 9 Prozentpunkten erwirtschaften. Damit sind wir das Zugpferd der schwächelnden Konjunktur. Im kommenden Jahr wird das Wachstum jedoch auch am Bau nachlassen.“, schätzt Josef Geiger, Präsident des Bayerischen Bauindustrieverbandes, die Lage ein. In der bayerischen Bauwirtschaft sind 13.194 Bauunternehmen mit 158.500 Beschäftigten tätig.