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Schnell Flüchtlingsunterkünfte und bezahlbaren Wohnraum schaffen

Schnell Flüchtlingsunterkünfte und bezahlbaren Wohnraum schaffen

(BBIV) München. „So schnell wie möglich brauchen die Flüchtlinge dauerhafte Unterkünfte. Dazu muss sich Deutschland bewegen. Denn mit unseren üblichen Vorschriften, mit den uns vertrauten gründlichen und langwierigen Genehmigungsverfahren, mit den hohen Naturschutz- und Energieauflagen dauert es zu lange“, so Thomas Schmid, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Bauindustrieverbandes, heute in München.

Lösungsvorschläge der Bayerischen Bauindustrie

Drei Prinzipien müssen gelten, so Schmid: Erstens, keine Abstriche bei der Standsicherheit der Gebäude und beim Brandschutz. Zweitens, sehr wohl vernünftige Einschränkungen beim Lärmschutz, bei den energetischen Anforderungen und bei der geforderten Wohnfläche pro Person. Drittens müssen wir die bürokratischen Abläufe, die Auftragsvergabe und das Genehmigungsverfahren, massiv beschleunigen. „Es geht darum, möglichst bald und möglichst schnell bauen zu können“, so Schmid.

Schnelle Genehmigungsverfahren - industrielle Baumethoden nutzen

Konkret fordert die Bayerische Bauindustrie, alle bestehenden Beschleunigungsmöglichkeiten im Vergaberecht zu nutzen. Dazu zählen die Beschränkte Ausschreibung, die Freihändige Vergabe, das Nichtoffene Verfahren sowie das Verhandlungsverfahren. Die Ausschreibungen müssen vor allem so gestaltet sein, dass sie industrielle Fertigungsmethoden wie Fertigteilbauweisen oder die industrielle Vorfertigung von Bauteilen ebenso zulassen wie die Modulbauweise. „Schnelles Bauen gelingt am besten mit industriellen Bauverfahren“, so Schmid.

Regulierungen auf ein vernünftiges Maß zurückführen

Zudem sollten wir jetzt nicht nach den höchsten Weihen des energetischen Bauens, der ENeV 2014, streben, so Schmid: „Vorübergehend ist es zumutbar, wenn wir nach dem bereits hohen Standards von 2009 bauen. Ebenso brauchen wir Flexibilität bei den Lärmschutzanforderungen und bei der maximalen Raumbelegung. Große Familien sollen schließlich zusammen wohnen können“, so Schmid.

Steuerliche Anreize für privates Kapital

Diese gewaltige Aufgabe schaffen wir nur, wenn neben öffentlichen Mitteln auch massiv privates Kapital dafür eingesetzt wird, so Schmid: „Ich schlage vor, dafür die steuerliche Förderung des Baus von Flüchtlingswohnheimen genauso auszugestalten wie sie derzeit für Sanierungsgebiete und Baudenkmäler gilt, nämlich 10 %-AfA auf 10 Jahre. Zusätzlich muss zur Ankurbelung des Baus bezahlbarer Mietwohnungen die lineare AfA auf 4 % verdoppelt werden.“