Prof. Thomas Bauer, Präsident des Bayerischen Bauindustrieverbandes, präsentierte das innovative Finanzierungskonzept („B-Modell“) seines Verbandes zum Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing mit der Abzweigung nach Burghausen. Dieses beruht auf einer Infrastruktur-Finanzierungsanleihe in Höhe von einer Milliarde Euro.
Hans Steindl, 1. Bürgermeister der Stadt Burghausen, sprach von einer Unterfinanzierung des Bundesverkehrsetats und mahnte an, dass die Strecke München-Mühldorf Freilassing hintenanstehe. Nötig sei daher ein Umsteuern, Umdenken sowie das Aufbrechen alter Strukturen.
Der Landrat des Landkreises Traunstein und Vorsitzende des Regionalen Planungsverbands Südostoberbayern, Hermann Steinmaßl, plädierte für die schnelle Lückenschließung der Europamagistrale Paris-Bratislava. „Deutschland darf nicht der Letzte sein, der die Magistrale vollendet.“
Dr. Willi Kleine, Sprecher der Initiative ChemDelta Bavaria, hob die große industrielle Bedeutung des Chemiedreiecks hervor: über acht Milliarden Euro Umsatz im Chemiedreieck, das sind 6 % des Umsatzes der deutschen chemischen Industrie, mit einer Exportquote von mehr als 80 Prozent, 6,7 Millionen Tonnen Güter, davon 2,8 Millionen auf der Schiene - einer eingleisigen Strecke mit stetig steigendem Güterverkehr. „Die Verkehrsinfrastruktur darf die industrielle Entwicklung des Chemiedreiecks nicht bremsen. Die Bahnverbindung München – Burghausen muss schnell zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden“.
Erwin Schneider, Landrat des Landkreises Altötting, wies darauf hin, dass die Region Südostbayern historisch von großen Infrastrukturvorhaben stark profitiert habe, so vom Schienennetz, vom Alzkanal und der Ölpeline. „Das Schienennetz der Region muss jetzt schnellstens ausgebaut werden.“
Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der DB AG für Bayern, merkte an, es fehle trotz positivem Kosten-Nutzen-Faktor an Geld.
Alexandra Vidal, Sprecherin der Eurovia Infra GmbH, nannte als bereits gelungene Beispiele einer Privatfinanzierung Abschnitte des TGV-Hochgeschwindigkeitsnetzes.
Prof. Magel, Präsident der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum, moderierte die Veranstaltung und anschließende Podiumsdiskussion. „Die Infrastruktur ist die Basis des menschlichen Lebens und der Wirtschaft. Die Grundlagen dafür müssen rechtzeitig gelegt werden. In der Region Südostbayern fehlt jedoch eine ausreichende Infrastruktur.“