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Bayrische Bauindustrie

PPP-Projekt „Schulen des Landkreises Hof“

Symbolischer Spatenstich am Schulzentrum Naila

 

Wieder einmal gilt: PPP macht Schule! Am 19. August 2009 fiel endlich der Startschuss für ein weiteres bayerisches PPP-Großprojekt: Der symbolische Spatenstich am Schulzentrum Naila, Landkreis Hof.

 

Der Spatenstich gilt als offizieller Start eines neuen großen PPP-Schulprojekts in Bayern: Die Generalsanierung von vier Schulen im Landkreis Hof. Die Sanierungsmaßnahmen betreffen das Gymnasium Münchberg mit etwa 820 Schülern, das Gymnasium Naila mit etwa 740 Schülern, die Realschule Helmbrechts mit rund 570 Schülern sowie die Realschule Naila mit etwa 560 Schülern.

 

Ein nicht zu bewältigender Sanierungsbedarf

Alle vier Schulen wurden bereits vor 1972 erbaut. Am Bauunterhalt der Schulen wurde über viele Jahre gespart, gerade aber in den Jahren 2002 bis 2006 aufgrund der angespannten Haushaltslage auf ein Minimum reduziert. Auch Sicherheitsvorgaben und neue Energieeffizienzmaßstäbe konnten nicht mehr eingehalten werden. Die längst erforderlichen Generalsanierungen schienen utopisch und nicht finanzierbar. Eine schrittweise Sanierung aller vier Schulen auf herkömmlichem Wege hätte einen Zeitraum von mindestens 12 Jahren erfordert.

 

PPP bringt Kostenvorteile, Sicherheit und Qualität

Aus diesem Grund suchte die Kreisverwaltung Hof nach „neuen Wegen“, um den großen Sanierungsbedarf zu bewältigen. Dazu wurde ein Ingenieurbüro beauftragt, um u.a. die Machbarkeit der Sanierung als PPP-Projekt zu prüfen. Untersucht wurde das tatsächliche Sanierungserfordernis, ein Realisierungszeitplan, Lösungsalternativen und eine Wirtschaftlichkeitsprognose. Dabei wurde das PPP-Verfahren mit der herkömmlichen Umsetzung verglichen. Ein Kostenvorteil von PPP von ca. 9,5 – 15,5% (je nach Risikobewertung) war das Ergebnis der Betrachtung bei einer Betriebszeit von 20 Jahren. Zudem kristallisierten sich noch weitere Vorteile von PPP heraus:

 

  • höhere Wirtschaftlichkeit durch Planen, Bau und Betrieb aus einer Hand
    -> alle drei Phasen sind von Anfang abgestimmt und vernetzt
  • der Lebenszyklusansatz -> Qualität und Effizient über die gesamte Laufzeit
  • sehr schnelle Bauzeit (an allen Standorten parallel)
  • Kostensicherheit nach Auftragsvergabe
  • optimale Risikoverteilung
  • Planungs- und Terminsicherheit
  • festgelegter Qualitätsstandard über die gesamte Laufzeit von 20 Jahren

Der Landkreis gründete eine eigene PPP-Projektgruppe, die das Projekt unter Einbeziehung aller Interessengruppen (Schulaufsicht, Förderstelle, VOB-Stelle, Kommunalaufsicht, Landratsamt, Kreistag, Schulleitung, Lehrer, Elternbeiräte) vorbereiten sollte.

  

Nach einem mehrstufigen europäischen Teilnahmewettbewerb wurde letztlich die Bietergemeinschaft „Bilfinger Berger AG / Franz Kassecker GmbH / HSG Zander GmbH“ als bevorzugter Bieter festgelegt. Nach den abschließenden Endverhandlungen wurde das PPP-Projekt an die Bietergemeinschaft vergeben.

 

Das Gesamtinvestitionsvolumen des PPP-Vertrages liegt bei ca. 54,6 Mio. Euro.

 

PPP mit drei Phasen
Im Gegensatz zur „klassischen PPP-Variante“, d.h. Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb, hat der Landkreis Hof die Finanzierung aus dem Auftragspaket ausgegliedert. Ergebnis ist das „Hofer Modell“, wonach die Finanzierung weiter über günstige Kommunalkredite bzw. KfW-Darlehen laufen kann. Damit wurde der Nachteil einiger klassischer PPP-Projekte, nämlich höhere Finanzierungskosten, ausgeschaltet.

 

Neben der Planungs- und Bauleistung wurde auch der Betrieb der vier Schulen für eine Laufzeit von 20 Jahren mit einem großen Leistungsspektrum vergeben, z.B.:

 

- Wartungen, Inspektionen, Instandhaltung, Reinvestitionen
- Hausmeisterdienste
- Reinigung
- Gärtner- und Winterdienste
- Organisation der gesamten Gebäudemanagementleistungen

 

Das in den Schulen vorhandene Personal bleibt dazu zwar im Dienste des Landkreises, die fachlichen Weisungen erfolgen jedoch weitestgehend durch den privaten Betreiber.

 

Verlauf und Umfang der Generalsanierung

Die Generalsanierungen der Schulen beinhalten im Wesentlichen neben der energetischen Sanierung der Bestandsgebäude, der Aufwertung des baulichen Brandschutzes, der funktionalen Neuordnung der Räume und der Umgestaltung der Außenanlagen auch Erweiterungsbauten und Neubauten.

 

So wird die Realschule Helmrechts um den räumlichen Mehrbedarf zu decken durch einen mehrgeschossigen Anbau im Bereich der Turnhalle erweitert.

Die Realschule in Naila wird abgebrochen und auf dem Grundstück des bestehenden Gymnasiums neu errichtet. Für das dort entstehende Schulzentrum wird eine multifunktionale 2-fach Turnhalle neu gebaut.

 

Um einen möglichst schnellen Bauablauf und einen reibungslosen Schulbetrieb gewährleisten zu können, werden während der Baumaßnahmen in den Bestandsgebäude die Schulen in Helmbrechts und Münchberg ausgelagert und vorübergehend in Interims-Containerbauten untergebracht. Die Neuordnung der Außenanlagen und einer damit verbundenen Veränderung der Erschließungssituation ist bei allen drei Schulstandorten ein grundlegender Aspekt, der durch die vorgesehenen Planungen umgesetzt wird.

 

So werden an den Schulstandorten Naila und Helmbrechts Bushaltebuchten und Buswendeschleifen errichtet. Für den Bring- und Abholverkehr sind definierte Bereiche vorgesehen und zusätzlich werden ausreichend Parkplätze geschaffen. Die Außenanlagen werden durch grüne Plätze und Höfe aufgewertet, es werden Teiche und Biotope angelegt, sowie Outdoor-Klassenzimmer und grüne Ruhebereiche geschaffen. Diese multifunktionalen Freiraumsysteme setzten den Grundgedanken der Gebäudekonzeption fort und aktivieren dadurch Synergieeffekte, die einen ökonomischen Betrieb gewährleisten. Die Ausstattung der Schulen mit loser Möblierung sowie in multimedialer und technischer Hinsicht erfolgt unter neuesten pädagogischen und zukunftsorientierten Gesichtspunkten. Dabei wird besonderer Wert auf Flexibilität gelegt. Und selbstverständlich, wie für alle PPP-Projekte typisch, nimmt die Lebenszyklus-Betrachtung für alle Bereiche einen großen Stellenwert ein.

 

Bis 31.12.2011 sollen alle Arbeiten abgeschlossen und alle vier Schulen in den Regelbetrieb übergeben sein. Die Betriebszeit durch den privaten Auftragnehmer endet am 31.07.2032.

 

"Es ist ein Gemeinschaftswerk - entstanden nicht im stillen Kämmerlein, sondern als vorbildliches Teamwork. Wenn wir in diesem Geiste weitermachen, werden wir in gut zwei Jahren top-moderne weiterführende Schulen haben, und der Weg mit dem PPP wird sich gelohnt haben", sagte ein überzeugter Landrat Hering abschließend bei der Veranstaltung in Naila.

 

<Autor/in: Jeanette Hübner>


Letzte Änderung: 20.August 2009
Bauindustrie Bayern > PPP
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<Bild: ARGE PPP Schulen Landkreis Hof>




Mit dem berühmten Spatenstich gaben (von links) der stellvertretende Landrat Hannsjürgen Lommer, Bauingenieurin Christine Schmölzer-Glier von der Projektgruppe des PPP am Landratsamt, Projektleiterin der HSG Zander, Verena Sommerfeld; Bürgermeister Bert Horn aus Bad Steben, Arge-Sprecher Frank Jainz, Landrat Bernd Hering, Bürgermeister Thomas Fein aus Münchberg, Bürgermeister Frank Stumpf aus Naila, Kreiskämmerer Dietmar Scholz, Geschäftsführer der Franz Kassecker GmbH, Bernd Fürbinger, und Oberstudienrat Lothar Braun, Rektor des Nailaer Gymnasiums, den Startschuss für das bisher größte Bauprojekt des Landkreises Hof.
<Bildquelle: Frankenpost Online>




<Logo: ARGE PPP Schulen Landkreis Hof>



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