Die Freude war groß am Dienstag, den 21. Juli 2009: Das Preisgeld des PPP-Förderpreises der Bayerischen Bauindustrie wurde in Form eines riesigen Schecks postwendend von den Preisträgern als zweckgebundene Spende an das Gymnasium Kirchseeon übergeben.
Die Schulleiterin, Frau Oberstudiendirektorin Gabriele Söllheim, und Ihre Schüler dürfen nun für stolze 10.000,- Euro die Bühnentechnik der Schule aufrüsten. Obwohl schon einige Tage bekannt war, dass der Preis für die Umsetzung des Gymnasiums Kirchseeon als PPP-Projekt an den Landkreis Ebersberg und die SKE Facility Management GmbH mit ihren Partner gehen würde, wurde Frau Söllheim von der großzügigen Spende überrascht: „Ich bin geplättet“, so ihre ersten Worte bei der Scheckübergabe.
„Das Gymnasium Kirchseeon ist als erstes echtes PPP-Schulprojekt in Bayern das beste Beispiel dafür, wie innovativ, effizient und vor allem partnerschaftlich öffentliche und private Partner im PPP-Modell zusammenwirken können. Das verdient eine besondere Anerkennung!“, befand Dipl.-Ing. Josef Geiger, Vizepräsident des Bayerischen Bauindustrieverbandes e.V.. Ausgezeichnet wurde als kommunales Public-Private-Partnership (PPP) Projekt der Neubau des Gymnasiums mit 2-Feld-Sporthalle in Kirchseeon. Das PPP-Projekt umfasst neben der Planung, der Finanzierung und dem Bau (zwei Bauabschnitte) auch den Betrieb des Gymnasiums über eine Laufzeit von 20 Jahren. Der Ebersberger Landrat Gottlieb Fauth, der den Preis auf öffentlicher Seite in Empfang nahm, war sichtlich stolz: „Der Landkreis Ebersberg sieht sich wieder mal in einer Vorreiterrolle.“
Auch Dipl.-Ing. Johannes Huismann, Geschäftsführer der SKE Facility Management GmbH, der die privatwirtschaftliche Seite vertrat, freute sich sichtlich über die Auszeichnung: „Ich stehe mit Stolz hier. Das ist eine besondere Auszeichnung in Deutschland, nicht nur in Bayern. Die partnerschaftliche Vorgehensweise wird belohnt. Wir waren nicht immer einer Meinung, aber wir haben immer eine gemeinsame Lösung gefunden.“
Prof. Dr.-Ing. Josef Zimmermann von der Technischen Universität München betonte in seinen Ausführungen zu PPP vor allem, dass dieses Konzept nicht mit Privatisierung verwechselt werden dürfe, zudem sei es kein „kostenloses Bauen“, das die Kommune nichts koste. Doch der Grundsatz, dass bei PPP nicht nur für den Moment gebaut würde, sondern dass das Interesse an Nachhaltigkeit und Qualität über die komplette Lebensdauer eines Objektes hinweg bestünde, sei ein Garant für die Abkehr von kurzfristiger Denke und dem „Hauptsache-billig-Gedanken“. Dies zeige sich u.a. in der bedachten Wahl der Materialien, z.B. von Bodenbelägen oder der Haustechnik. Doch auch die Erfolgskontrolle sei nur langfristig möglich: „Ob wirklich gut geplant und gebaut wurde und ob das Konzept aufgeht, sieht man aber erst in 20 Jahren, wenn wir dann zurückblicken.“
Die Preisübergabe wurde neben den Jurymitgliedern Geiger und Zimmermann auch von Herrn Ministerialdirektor Josef Poxleitner, Leiter der Obersten Baubehörde im Staatsministerium des Innern, durchgeführt. Poxleitner zeigte sich in seinem Grußwort als echter PPP-Anhänger und betonte das große Einsparungspotential, welches bei laufenden Projekten bereits vielfach nachgewiesen werden konnte. Gleichzeitig unterstrich er: „Viele sind der Meinung, PPP und Mittelstand vertragen sich nicht. Das stimmt nicht.“
Der PPP-Förderpreis der Bayerischen Bauindustrie, in diesem Jahr erstmalig und rückwirkend für 2008 vergeben, ist bereits auch für die Jahre 2009 und 2010 ausgelobt. Bewerbungen für das Jahr 2009 können noch bis 15. November 2009 beim Bayerischen Bauindustrieverband eingereicht werden.
<Autor/in: Jeanette Hübner>