|
Die Kommunen sind der größte öffentliche Auftraggeber der deutschen Bauwirtschaft (siehe Grafik 1). |
Beide Kategorien können die Kommunen nicht oder nur in sehr geringem Ausmaß beeinflussen. |
|
Bei den Bauausgaben zu kürzen, ist aus zwei Gründen verführerisch: Sie sind eine nicht zu vernachlässigende Größe und – vor allem – sie sind nicht gesetzlich festgeschrieben (im Unterschied zu den Sozialausgaben oder den Personalausgaben). Bei den Bauausgaben zu kürzen ist jedoch eine kurzsichtige Politik; es ist vor allem keine Sparpolitik. |
Bestehende Schäden nicht zu reparieren ist genauso eine Lastverschiebung in die Zukunft, wie wenn Konsumausgaben mit Krediten finanziert werden. |
|
Neuerdings meinen die Kommunen auch, sie könnten Geld „sparen“, wenn sie sich bei der Vergabe von Bauaufträgen von den Vorschriften der VOB lösten. Doch diese Meinung ist falsch. Im Gegenteil, mit einer Abwendung von der VOB riskieren sie höhere Baupreise und mehr Korruption. |
Kern der VOB ist auch die Verhinderung von Korruption durch die Organisation eines geheimen Wettbewerbs. Bei Wegfall der VOB wäre das Korruptionsrisiko weit höher. Im Endeffekt würden Städte und Gemeinden individuelle Lösungen als Ersatzregelungen zur Manipulations- und Korruptionsprävention sowie zur sauberen Preisfindung finden müssen. Eine Abkehr von der bewährten VOB wäre somit eine falsch verstandene Deregulierung: Marktverwerfungen und Rechtsunsicherheit, die Entstehung eines Regelungswirrwars wären die teueren Folgen eines ungeeigneten Versuchs, billiger bauen zu wollen. |
|
Als Gestalter des unmittelbaren Lebensumfelds der Bürger obliegt den Kommunen eine wichtige Aufgabe, für die sie eine ausreichende und sichere Finanzausstattung brauchen. Die Kommunen müssen aber auch bereit sein, ihr Aufgabenspektrum kritisch |
zu hinterfragen und es auf den Kern ihrer hoheitlichen Tätigkeit zurückzuführen. Hier liegen viele Effizienzreserven verborgen. Wieso braucht jede Kommune ihren Bauhof? Wieso können Hallenbäder und andere Freizeiteinrichtungen nicht gemeinsam geplant werden? |
|
Die Diskussion über die Reform der Kommunalfinanzierung ist derzeit wieder gegenüber anderen politischen Debatten in den Hintergrund getreten. Es stehen sich aber weiterhin zwei nicht vereinbare Positionen gegenüber. Während Vertreter kommunaler Spitzenverbände weiterhin an der überholten Gewerbesteuer festhalten, plädieren Wirtschaft und Politik für eine Vereinfachung des Steuersystems durch den Wegfall der Gewerbesteuer. |
Für den Einkommensteuerzahler ergibt sich im Durchschnitt keine Zusatzbelastung. |
|
Der Hauptvorteil dieses Modells ist seine Transparenz. Jeder Bürger, jedes Unternehmen kennt dann seinen Beitrag zur Finanzausstattung seiner Gemeinde. Kommunalwahlen können dann auch als Abstimmung über die Finanzsausstattung der Kommunen gestaltet werden. |
Wenn jeder Bürger weiß, dass zusätzliche kommunale Auf- und Ausgaben ihn direkt in seiner Eigenschaft als Steuerzahler betreffen, wird er diese genau hinterfragen, auf ihre Berechtigung prüfen und kann so verantwortungsvoll abstimmen. |