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Bayrische Bauindustrie

 

 

Qualifikation gibt Hoffnung

 

Junge Palästinenser absolvieren Bau-Fortbildung im BZ Wetzendorf

 

Acht Wochen, die Vertrauen schaffen und dem Austausch und der Völkerverständigung dienen sollen. Vor allem aber auch acht Wochen, die qualifizieren, beruflich weiter bringen und damit Hoffnung auf ein etwas besseres Leben geben sollen. Diese acht Wochen verbrachten sechs junge Männer von April bis Juni 2011 im Rahmen des Projektes „Qualifizierung in Bauberufen für junge Palästinenser“ im BauindustrieZentrum Nürnberg-Wetzendorf des Bayerischen Bauindustrieverbandes e.V. Sie vertieften in dieser Zeit – quasi im Schnelldurchlauf – ihr Wissen und Können in verschiedenen Baubereichen und sollen damit in ihrer Heimat bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

 

 

 

Ausgangslage schwierig – Zukunft ungewiss

Die Bedingungen in ihrer Heimat Palästina sind denkbar schlecht: Die politische Lage ist instabil, die persönliche Sicherheit nicht gewährleistet, es gibt kein soziales Netz, das Bedürftige auffängt und selbst mit einer Ausbildung oder gar einem Studienabschluss ist bei einer Arbeitslosigkeit von rund 30 % die Aussicht auf eine feste Arbeitsstelle gering. Die meisten Menschen dort leben von der Hand in den Mund, viele verdingen sich als Tagelöhner und müssen sich tagtäglich darum bemühen, etwas Geld verdienen zu können. So auch die sechs jungen Männer im Alter von 19 bis 28 Jahre, die aus unterschiedlichen Gegenden in Palästina stammen. Vier von Ihnen haben einen Studienabschluss, aber nie eine Arbeitsstelle gefunden. Zwei mussten vorzeitig die Schule abbrechen, um mit Gelegenheitsjobs für das Auskommen ihrer Familien zu sorgen. Alle sechs jungen Männer arbeiten – meist nur tageweise beschäftigt – am Bau, um Geld zu verdienen. Doch ohne Arbeit und sicheres Auskommen ist keine wirtschaftliche und soziale Entwicklung möglich, die Situation stagniert.

 

Projekt Hoffnung: Qualifizierung in Bauberufen für junge Palästinenser
Das Projekt, das von der Stiftung Soziale Gesellschaft – Nachhaltige Entwicklung der IG BAU initiiert und im BauindustrieZentrum Nürnberg-Wetzendorf des Bayerischen Bauindustrieverbandes e.V. umgesetzt wurde, verhalf sechs jungen Palästinensern zu einem achtwöchigen Bau-Berufsbildungstraining. Sie absolvierten in jeweils zweiwöchigen Themenblocks eine Qualifizierung in den Berufen Maurer, Betonbauer, Straßenbauer und Leitungsbauer. In jedem Themenblock wurden sie von den Ausbildern des BauindustrieZentrums gründlich eingewiesen und geschult, übten Theorie und Praxis und fertigten eigenständig verschiedenste Werkstücke. Die jungen Männer lebten in dieser Zeit im BauindustrieZentrum und wurden auch in Ihrer Freizeit betreut, so dass sie einen umfangreichen Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt in Deutschland erhielten. „Beeindruckt hat uns gleich am Anfang, wie gut strukturiert hier alles läuft, z.B. das ganze Schulsystem und die Berufsausbildung“, berichtete Mahmoud Maraaba. Und Ali Abuzaina sprach für alle: „Keiner von uns glaubt, dass der Aufenthalt hier in Deutschland ein Freifahrtschein in unserer Heimat ist. Aber wir lernen hier wirklich sehr viel. Und durch die Erfahrungen, die wir hier gesammelt haben und vor allem das gute Bau-Wissen, das wir uns hier aneignen konnten, haben wir vielen in der Heimat etwas voraus. So können wir sicherlich an mehr und besser bezahlte Jobs herankommen. Das ist ein erster Schritt und eine echte Chance für uns!“

 

Autor/-in: Jeanette Hübner

Bildquellen: Kalle Meyer

 

Letzte Änderung: 15.Juni 2011
Bildung > BauindustrieZentrum Nürnberg-Wetzendorf
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